Sonntag, 14. Juli 2013

Wie lange darf es denn sein? - Über die Länge von Webvideos ...

Die Idee zu diesem Blogartikel hatte ich vor zwei Tagen. Thomas Koch hatte sich in seiner Kolumne bei der WirtschaftsWoche dem Thema "Quo Vadis, Werbung" (lesenswert) gewidmet. Ich wusste, dass am Montag dazu ein Digitales Quartett mit ihm als Teilnehmer stattgefunden hat. Seinen Artikel dazu hatte ich in 10 Minuten gelesen, eine Folge des #Quartett dauert eine Stunde. Der Empfehlung von Ulrike Langer, mir die Sendung doch noch anzuschauen, bin ich bis jetzt noch nicht gefolgt und werde es wahrscheinlich auch nicht mehr tun. Obwohl ich das Format und die Idee dahinter generell sehr gut finde, verfolge ich die Sendung selten bis nie. Sie ist mir einfach zu lang. In Gesprächen mit anderen habe ich festgestellt, dass ich damit nicht alleine bin. Muss man ein Thema denn generell auch 60 Minuten diskutieren? Talkshows im Fernsehen haben natürlich ihre feste Sendezeit. Wäre ja auch blöd, wenn man die Sendung nach 40 Minuten abbrechen würde, weil alles gesagt ist. Was sendet man dann in den restlichen 20 Minuten? Nur weil das bei Fernsehsendern der Fall ist, muss das aber keine Grundvoraussetzung für ein Webvideoformat sein.

Eigentlich ist die Länge eines Formates egal. Ist der Inhalt spannend, dann bleibe ich am Ball. Ich bin beispielsweise auch ein großer Fan vom Format "Jung und naiv". Die Folgen hatten am Anfang immer eine Länge von etwa 12 Minuten. Zeit, die ich gerne in ein Video investiere, bei dem mich das Thema interessiert. In letzter Zeit werden aber auch hier die Folgen länger. Bei der Folge mit dem Regierungssprecher (21:06 Min.) hat mich das überhaupt nicht gestört, weil das Gespräch insgesamt sehr angenehm war. Die Folge zur Lage in Ägypten (55:04) und zur Sprache im Wahlkampf (37:55) habe ich mittendrin abgebrochen. Nicht, weil mich das Thema nicht interessiert, sondern weil die Videos ihre Längen hatten und ich gemerkt habe, dass ich abschweife. Beim Video zur Sprache im Wahlkampf habe ich mit meinem Bruder einen zweiten Versuch gestartet, erfolglos. Das soll von meiner Seite keine Kritik an den einzelnen Folgen sein. Aber hier merkt man, welche Bedeutung der Interviewpartner und seine Fähigkeit den Inhalt rüberzubringen (Stichwort: Storytelling) hat. Dabei ist ja gerade bei "Jung und naiv" sehr wichtig, dass die interviewten Personen einfach erzählen. Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich bis zu einer Länge von etwa 15 Minuten, mir ein Webvideo in den meisten Fällen bis zum Ende anschaue. Alles was länger dauert, muss mich inhaltlich überzeugen, quasi bei Laune halten, sonst springe ich ab. Dann lese ich lieber einen Hintergrundbericht zum Thema. Und da wären wir wieder beim Anfang vom Artikel. Ich habe zur Zukunft der Werbung eine sehr gute Kolumne gelesen, die den Inhalt sehr gut zusammenfasst. Warum soll ich mir eine Stunde Digitales Quartett anschauen, wenn ich die wichtigsten Punkte in einem Artikel in 10 Minuten lesen kann?

Wie seht ihr das? Wie lange darf eurer Meinung nach ein Webformat dauern und was sind eure Kriterien, damit ihr nicht abschaltet?

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Update 1: Und hier sind eure Antworten. Kommentieren ist übrigens auch erlaubt ;)



Update 2: Sandra Sperber und Martin Heller vom Webvideoblog (spannender Blog) haben sich auch die Frage, nach der geeigneten Länge - in ihrem Fall von journalistischen - Webvideos gemacht. Sandra antwortet auch auf Twitter und Martin hat seine ausführliche Antwort spontan im Artikel "Darf's auch etwas weniger sein?" verbloggt.

Update 3: Noch mehr Feedback auf Twitter

Kommentare:

  1. Habe mal eine Antwort auf den interessanten Beitrag gebloggt. Es geht ums Teilen. Hier. http://webvideoblog.de/videos-im-internet-wie-lange/

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  2. Gerade bei den HoA-Formaten fehlt mir eine nachträgliche Aufbereitung. Sowas gibts zwar bei einem HoA-Format in den USA, aber die deutsche Landschaft sucht solche Beispiele noch.

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    1. Ja, unbedingt! Die wichtigsten Erkenntnisse noch mal zusammengefasst. Das würde ich mir auch anschauen!

      Bei HoA-Formaten mit einer festen Länge habe ich oft das Gefühl, man redet einfach mal drauf los - man muss ja eine Stunde Zeit füllen - anstatt direkt auf den Punkt zu kommen.

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  3. Es gibt keine zu langen Videos. Es gibt nur langweilige Videos.

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  4. Ich sehe da genauso! Wenn ein Video langweilig ist, das nützt es mir auch nichts, wenn es nur 15 Sekunden lang ist.

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